71.000 Familienunternehmen stehen in Deutschland in den nächsten Jahren vor der Übergabe an die nachfolgende Generation. 902.000 Arbeitnehmer sind dort beschäftigt.
Ein hoher Prozentsatz aller beabsichtigten Unternehmensübergaben scheitert.


Warum?

Ein gewichtiger Grund liegt darin, dass sich Übergeber und Übernehmer zwar in steuerlicher und rechtlicher Hinsicht beraten lassen, die Gefühlslagen und Bedürfnisse der beteiligten Personen aber nicht berücksichtigen.
Auch wenn die Vorschläge der Steuer- und Rechtsberater augenscheinlich für alle Seiten vorteilhaft sind, verhindern oft unausgesprochene Gefühle eine einvernehmliche Regelung. An dieser Stelle setzt eine Mediation an.


Was bewirkt Mediation?

Mediation ist ein konsensorientiertes, konstruktives Verfahren, mit dem eine neutrale Person zwei oder mehr Parteien bei der Suche und Formulierung einvernehmlicher Lösungen, die von allen Beteiligten als Gewinn betrachtet werden, unterstützt.


Was leisten Mediationsverfahren bei Unternehmensübergaben?

Durch die Einbindung von Mediationsverfahren im Vorfeld einer Unternehmensübergabe können sich die Beteiligten besser über ihre Wünsche, Ziele, Motive und Wertvorstellungen Klarheit verschaffen.

Oftmals zeigen sich große Diskrepanzen in den Wert- und Preisvorstellungen für ein Unternehmen zwischen Übergeber und Übernehmer. Dies resultiert häufig aus den Gefühlen, die ein Übergeber mit dem Unternehmen verbindet. Ein Beispiel aus der psychologischen Forschung mag dies verdeutlichen:
Auf Flohmärkten erleben Besucher an Ständen, die von Kindern betrieben werden, manchmal erstaunliche Preisangaben. Dort wird ein ramponiertes Plüschtier für mehrere Euro angeboten, eine gut erhaltene Barbiepuppe mit viel Zubehör aber soll nur Centbeträge kosten. In den Augen des unbeteiligten Besuchers entspricht weder der eine noch der andere Preis dem Wert der Waren.
Wie kommt es also zu einer derartigen Preisgestaltung?
Die Verfasser der Untersuchung konnten belegen, dass der Grund in den Gefühlen liegt, die die Verkäufer mit dem zu verkaufenden Objekt verbinden. Ein über Jahre geliebtes Plüschtier hat daher einen sehr viel höheren Gefühlswert als eine Barbiepuppe, die den Wünschen des Besitzers nie richtig entsprochen hat. Dieser Gefühlswert wird in Geldwert übertragen.

Nun mag es anmaßend erscheinen, ein Unternehmen mit einem geliebten Plüschtier zu vergleichen, aber ist es wirklich so abstrus?

Ein Mensch, der über Jahre ein Unternehmen geführt hat, hat Höhen und Tiefen erlebt, die sein Dasein und sein Erleben jeden Tag beeinflusst haben. Es ist berechtigt anzunehmen, dass ihm dieses Unternehmen am Herzen liegt und er ihm auch einen entsprechenden materiellen Wert beimisst. Ein Mensch jedoch, der ein Unternehmen übernehmen möchte, verbindet auf die Zukunft gerichtete Gefühle mit der Übernahme: Hoffnungen, Zweifel, materielle Befürchtungen…

Zweck einer Mediation ist, das Verbindende in den Wünschen, Zielen, Motiven Wertvorstellungen von Übergebern und Übernehmern herauszuarbeiten und damit den Grundstein zu legen für individuell passende Übergabelösungen.

Ziel ist es, einvernehmliche Lösungen zu erarbeiten, damit eine Übergabe gelingt.